8. bis 24. August 2010
(Nur/Immer) Noch eine Woche
Der Morgen und der größte Teil des Weges heute sind belanglos. Unsere "Hütten-Nachbarn" scheinen erst wach zu werden als wir aufbrechen. Ein paar Rentiere und 2-3 Wanderer treffen wir unterwegs aber so rechte Freunde kommt durch den bewölkten Himmel nicht auf. Erst spät am Tag, als unser Zelt wieder steht, kommt die Sonne raus und wärmt uns kleine wanderer. Unsere Raststelle ist groß, es gibt eine Wasserpumpe, zwei Hütten und laut Infotafel sogar eine Sauna. Dies wird das Zentrum des Nationalparkes sein. Da der Abend noch jung ist, gönnen wir uns einen Pudding und schauen uns dann gründlich um. Wir treffen nur einen älteren Finnen, der jedoch nach einem Saunagang wieder verschwindet, und zwei Damen, die die eine Hütte reserviert haben. Nah bei unserem Zelt ist eine Feuerstelle, welche wir auch ohne Probleme in Gang bekommen. Hier wärmen wir uns bei Abendessen und dessen zubereitung. Hinterher gönnen ich mir auch einen Saunagang und fühle mich für alles bereit was morgen kommen mag. Kurz darauf kommt aber erst das ansässige Rentier 2m neber unserem Feuer und uns vorbei! Wenn ein Elch noch größer ist möchte ich keinen davon sehen!!

Wieder offroad :-)
Heute sind wir Richtung Nationalpark aufgebrochen. Nach ca. 2,5 Std. erreichten wir dessen Grenze und eine weitere halbe Std. später eine kleine Rasthütte für Wanderer am Fuße des Berges. Dort trafen wir einen Finnen, der gerade aus der Richtung unseres Zieles kam. Er gab uns ein paar Tipps mit auf den Weg und ging dann weiter Richtung Enontekiö. Für uns ging's weiter Richtung Süden. Vier Tage wird die Durchquerung wohl dauern. Auf dem Weg sind immer mal Hütten in denen man übernachten kann - wenn sie denn frei sind. Also nahmen wir uns für heute eine dieser Hütten zum Ziel. Der Weg begann erstmal mit einerm ordentlichen Aufstieg: steil und steinig. Aber oben angekommen sollten wir mit einem fantastischen Ausblick belohnt werden. Nach knapp 10 beschwerlichen Kilometern erreichten wir dann endlich die Hütte. Diese war schon belegt. Man bot uns zwar an, mit rein zu kommen, da sie aber schon zu dritt waren, wäre uns das doch etwas zu eng geworden, also haben wir unser Zelt daneben aufgebaut. In der Umgebung der Hütte fand sich eine nette Sitzgruppe mit Tisch und zwei Bänken die uns geradezu dazu einlud unser Abendessen dort zu machen: Reis mit Hering und Pangasius an einer Chili-Cranberry-Thai-Curry-Soße ;-)

Tiere en masse

Rentier im Flug?
Ein kalter bewölkter Morgen, ab und zu nieselt es kurz. Vor dem Frühstück liegt unser nächstes Ziel noch im Nebel. Das verteitelt evtl. unsere Wanderung.
Bis nach dem Frühstück klärt es etwas auf und wir brechen doch auf. Sind noch knapp 3h bis zum Fuße des Pyhäkero, wo wir an einer kleinen Wanderhütte einen "Kollegen" treffen. Nach kurzer Unterhaltung auf englisch und einer ebenso kurzen Pause haben wir noch etwa 10km steilen Weges vor uns. Etwa 3h brauchen wir dafür. Abermals schlagen wir unser Zelt neben einer Hütte auf. Hier dürfte man sogar darin übernachten aber andere waren vor uns da. Nach dem Abendessen ist Zeit über den Tag zu reflektieren. Schade daß es so bewölkt ist, die wunderschöne AUssicht hat einiges an Wirkung eingebüßt. Dafür waren die Rentiermassen heute beeindruckend. Insgesamt sehen wir bestimmt über 50 Tiere.

Hoffentlich letzte Straßenetappe
Der Abend gestern war ereignislos aber es scheint immer mehr als wären unsere weiteren Wanderpläne so nicht durchführbar. Der Morgen fängt, bis auf die über Nacht im Schlafsack gewärmte Nutella, genauso ereignislos an. Diese war nach zwei Schokoladencremelosen Tagen eine wahre Wohltat. Mein Fuß hat sich auch schon fast ganz erholt, auf dem langen Marsch heute meldet er sich aber natürlich nochmal. Sind fast 25km bis nach Enontekiö von wo wir (eigentlich) in den nächsten Nationalpark aufbrechen wollen. Ob das so bleibt zeigt sich morgen, wir möchten mehr Informationen einholen da man nicht in jedem Park campen darf. Spät Abends erreichen wir die Stadt, passieren einen Campingplatz (heisse Dusche?!?), laufen aber weiter. Laut Karte gibt es noch einen Campingplatz. Der erweisst sich aber aus aufgegeben. Keine Dusche aber kostenlos und beste Sicht auf unser nächstes Ziel im Nationalpark.

Enontekiö

Berg "Pyhäkero" im Pallas-Ounastunturi-Nationalpark
Nach siebenstüdigem Marsch entlang der Straße haben wir heute Hetta erreicht, also "Enontekiö City". Die Stadt erstreckt sich überwiegend entlang einer ca sech Kilometer langen Straße von West nach Ost. Wir kamen von Westen herein. Auf meiner Karte war ganz im Osten ein Campingplatz eingezeichnet. Nach den vielen kalten Tagen und Nächten und auch eher nur dem nötigsten an Hygiene dachten wir uns es wäre nicht falsch, eine Nacht dort zu verbringen und uns eine heiße Dusche zu hönnen.
Die Stadt hat soweit alles zu bieten, was man erwarten würde: zwei Tankstellen, Bank, Post, K-Market und Alko. Eine eine große Kirche findet man in ihrer Mitte. Gleich zu Beginn fanden wir auch den ersten Campinplatz und Hotels, aber wir hatten uns ja schon "unseren" Campingplatz ganz im Osten ausgeguckt, da wir morgen eh in die Richtung weiter wollen. Nach ca. einer Std. hatten wir die Stadt fast durchquert, der Campingplatz sollte nicht mehr weit sein. Seltsamerweise hatte aber noch kein Schild darauf hingewiesen, so wie bei den anderen. Dann entdeckten wir auf der rechten Straßenseite einen Weg und ein Tor. Alles sah sehr verlassen aus. Eine nähere Inspektion bestätigte den Verdacht: das war unser Campingplatz, verlassen und runtregekommen. Da er aber nicht verschlossen war, weit und breit keiner zu sehen war, haben wir unser Zelt einfach zwischen ein paar alten Holzhütten aufgestellt. Den weiten Weg zurück wollten wir schließlich auch nicht machen. Die Hütten und damit die sanitären Einrichtungen waren alle verschlossen, also wieder keine heiße Dusche :-(. Nach etwas herumstöbern habe ich dann wenigstens ein einigermaßen benutzbares Plumpsklo gefunden: ein riesen Komfort gegenüber dem "Waldklo" ;-)
Morgen geht's dann vermutlich Richtung Berg. Wird wohl eher wieder eine anstrengerende Tour.

Wieder mal früh aufstehen
Um 7:30 ist aufstehen angesagt, wir möchten heute ja einen Bus erwischen. Über Nacht ist es sehr kalt geworden, der Atem kondensiert und das Nutellaproblem widerholt sich, der Temperatursturz war zu überraschend. Die Pfannkuchen werden bei den Temperaturen nicht sooo schön wie sonst aber sie machen satt.
Mein linker Fuß hat sich etwas beruhigt, aber noch nicht komplett erholt. Diese Busetappe wird also gut tun und nicht nur die bisherigen Verzögerungen aufholen.
Die Haltestelle erreichen wir schneller als gedacht. Die Wartezeit auf den Bus vertreibt die herrliche Sonne und weiterer Finnischunterricht, Genitiv und Akusativ. Muß also mein "Tapaan Alex" von letztens in "Tapaan Alexin" korregieren. Trotz der kalten Nacht wird es jetzt angenehm warm. Mit Hilfe des Busses überspringen wir rund 100km langweiligen Fußweges die Straße entlang. Der Fahrer spielt wieder Postbote, holt diesmal aber die Briefe der Leute ab.. Unterwegs holen wir zwei Radler ein die uns morgens passiert haben. Siehte wir sind doch schneller :-). Nach nur 1 1/2 Stunden Fahrt steigen wir aus und hängen nochmal 2h Marsch dran.

Etwas Erholung
Gegen 4 Uhr kam der Bus dann in Palojoensuu an. Wir hätten es nicht bemerkt, hätte der Busfahrer uns nicht darauf hingewiesen :-) Von dort dann noch zwei Stunden die Straße Richtung Enontekiö (oder Hetta, keine Ahnung wie das nun wirklich heißt). Etwas früher als sonst haben wir dann unser Nachtlager am "Iso Roskajärvi" aufgeschlagen. Momentan sind wir nicht so sicher, ob das alles so machbar ist, wie wir das geplant haben, vor allem ob es wirklich einen durchgängigen, gehbaren Weg von Nord nach Süd in Richtung Muonio gibt. Wir hoffen mal, es wird in Enontekiö, wo wir morgen oder übermorgen ankommen, Infos dazu geben. Notfalls muss etwas umgeplant werden.
Mit insgesamt nur etwas mehr als 3 Stunden zu Fuß, war das heute eher ein Erholungstag.

Busfahrt
Na das ging ja schnell. Etwas mehr als eine Stunde weiter war dann auch schon eine Bushaltestelle. "Iitto" hieß der Ort, oder was immer das war. Ein Feld, ein Haus und eine Scheune :-) Dort mussten wir dann ca. 2 Std. auf den Bus warten. Während dieser Zeit kam sogar mal eine Frau aus dem Haus mit einem Holzscheit, den sie ein paar hundert Meter die Straße runter trug und dann wieder zurück ins Haus. Gesprochen hat sie aber, soweit ich das sehen konnte, nicht mit ihm :-)
Jetzt sitzen wir jedenfalls im Bus und fahren lt. Fahrkarte ca. 100km nach Palojoensuu. Da wären wir mal eben 5 Tage zu Fuß auf der Straße unterwegs gewesen - nicht gerade spannend.

Roadtrip
Nach über sechs Stunden Marsch auf der Straße haben wir's geschafft, wieder auf einer unserer Karten zu sein. Natürlich weit ab von der geplanten Route. Ein Einstieg hier ist nicht möglihc. Nach der langen und öden Etappe auf der Straße heute (im Gegensatz zu den spannenden, aufretenden der letzten Tage) ist aber sich, dass wir das nicht länger tun wollen (also auf der Straße laufen, sonst schon :-) ). Wir werden morgen also versuchen, eine Bushaltestelle zu finden und uns ein Stück mitnehmne zu lassen. Das ist aber leichter gesschrieben als getan, da die Haltestellen hier eher spärlich sind. Wie weit das Geld reichtw issen wir auch nocht nicht. Weiter im Süden gibt es dann wieder einen Nationalpark, der noch ein paar Touren zu bieten hat.

Los gehts wieder..
Spät gegen 14:00 erst brechen wir auf. Der Straße entlang kommen wir flott voran und hoffen unseren Weg die nächsten Tage wieder aufnehmen zu können. Zum Glück benutzen wir Teilkarten und haben nur ein Stück verloren.
Gegen 20:00 ist die laaange Straßentour fürs erste vorbei. Viel zu sehen gab es den ganzen Tag nicht aber das Wetter war uns hold. Sonnenschein und nur ganz leichter Wind. Nur mein linker Fuß macht etwas Probleme, die Socke war wohl noch etwas zu nass heute früh. Hoffe über Nacht auf Besserung.