8. bis 24. August 2010
Harte Nutella...
Nachdem der Sturm gestern abend so heftig wurde, hatten wir keine Bock mehr afu Abendessen machen. Deshalb gab's heute morgen neben dem Frühstück gleich noch 'ne Portion Nudeln. Es ist inzwischen auch recht kalt geworden. Das wäre ja erstmal garnicht so schlimm. Aber die Nutella aus der Tube zu bekommen, ist, als würde man versuchen, eine Tafel Milka durch die Öffnung zu pressen. Nächste Nacht wird die Nutella mit im Schlafsack übernacht. Hoffentlich gibt das keine Sauerei ;-)
Jetzt geht's dann erstmal ein Stück die Straße runter, bis wir wieder in kartographierten Gebieten sind =)

Sturm überlebt
Gestern hatten wir beide keine Lust mehr auf Essen machen, der Tag war zu kalt, windig, und aufreibend. So gab es heute ein kombiniertes Abendessen/Frühstück aus Nudeln, Salami und Brot. Heute beim Brotbacken haben wir ziemlich gekleckert, das Krümelchen vermiss ich jetzt doch sehr! ;-) Alex brauchte unbedingt Nutella, konnte leider kein Bild von machen aber sein Gesichtsausdruck beim Versuch die fast gefrohrene Schokocreme aus der Tube zu pressen entschädigt für den gestrigen Tag. Hätte es sogar wenn das Zelt über Nacht weggeweht worden wäre. Hätte passieren können, über Nacht war es extrem windig, fast stürmisch.

Pflöcke und Reinfall

Wo ist der Schnee dazu?
Der Regen hat über Nacht aufgehört und wir sind nicht davon geschwommen. Da wir zwischen zwei Wegen sind geht es mit Gespür und Kompass zwischen einem langezogenen See und einem Berg hindurch. Der gestern gefundene Wanderstock hilft über die Geröllfelder aber der heftige Wind hier kühlt sehr aus und macht das vorwärtskommen schwieriger. Nach etwa 3h Stunden finden wir unseren Weg, der NUR durch kleine Pflöcke alle 10-25m gekennzeichnet ist. Das lustige "Such-den-Wegpunkt" SPiel lenkt schön ab, macht die Strecke abwechslungsreich und die Zeit verfliegt nur so. Leider verfliegt auch unsere Karte, welche wir unbemerkt verlieren. Um sicher zu gehen schlagen wir uns gen Süden zur Straße durch, ohne Weg sehr anstrengend. Hier schlagen wir nochmal unser Lager auf und sehen weiter..

Das Pflock-Suche-Spiel

Wegmarkierung
Nach einer stürmischen und regnerische Nacht ging's am nächsten Morgen weiter Richtung Süden. Ein Weg war hier auf der Karte nicht eingezeichnet, erst ach ein paar km sollte wieder einer kommen. Nach einiger Zeit der Suche mit Karte, GPS und Kompass fanden wir dann einen Pflock mit einem roten Kopf mitten inder Landschaft. Ein gutes Stück weiter war der nächste. Von der Position her stimmte alles, wir hatten also unseren "Weg" gefunden. Von nun an folgten wir also den Pflöcken, die manchmal alles andere als gut zu sehen waren. Der Wind wurde während dessen immer heftiger, so dass man teilweise schon Probleme hatte dagegen anzukommen und das Gleichgewicht zu halten. Nach einer Weile war wieder mal ein Kontollblick auf die Karte angesagt. Ein Griff an die Stelle, wo sie sein sollte ging jedoch ins Leere: die Karte war verschwunden und der heftige Wind hatte sie sicher schon in weite Ferne getragen. Also erstmal Panik, dann nachdenken :-) Wenn die Pflöcke unseren Weg markieren, müssten sie uns direkt zur Straße führen, wo die heutige Tour enden soll, also einfach weiter diesen folgen. Irgendwann driteten die allerdings etwas weit gen Westen ab, die Straße musste aber im Süden liegen. So entschlossen wir uns, die Pflöcke zu verlassen und uns mit dem Kompass nach Süden durchzuschlagen. Nach längerer Wanderung durch die üblichen Steppen-, Moor- oder Gerölllandschaften erklommen wir eine kleine Anhöhe von der aus man schon die Straße sehen konnte, wie sie sich durch's Tal schlängelte, direkt an einem See, an dem wir nun unser Nachtlager aufgeschlagen haben. Der Abstieg dorthin sollte allerdings nicht einfach werden und nahm nochmal 3 Stunden in Anspruch.

Verregneter Tag

Alex beim Kartenlesen
Gegen 9 Uhr weckt uns ein angenehm kühles Lüftchen und läd zum Frühstück ein, welches es wiederum in der kleinen Hütte gibt. Der Weg ist anfänglich leichter und weniger steil als gestern aber nach ein paar km fängt es zu regnen an. Da wir eh ein Stück Straße lang müssen können wir kurz im trockenen pausieren und entgehen so dem schlimmsten. Ein Blick auf den Onlinewetterbericht lässt nichts gutes vermuten, es soll regnerisch bleiben und nahe Null Grad gehen.
Unterwegs überraschen uns immer wieder Schauer, der schlimmste in einem kleinen sumpfigen und für mich sehr kräfteraubendes Stückchen. Erschopft gibt es Abendessen im Zelt und kurz danach regnet es nochmals stärker, hoffe der erholsame Schlaf kommt schnell..

Durch die Wildnis

Pausierender Wanderer
Nach dem Kaffee hatte dann der Regen (vorerst) wieder aufgehört und es ging weiter. Erstmal ein paar Kilometer die Straße runter und dann irgendwann links auf einen schmalen Waldpfad. Nach wenigen Metern schien der schon unüberwandbar zu sein: ein breiter, reisender Bach stellte sich uns in den Weg. Ein erster Überquerungsversuch endete mit einem nassen Fuß und es war erstmal eine neue Socke fällig :-) Ein paar Meter weiter fand sich dann aber eine Stelle, wo wir rüber kamen. Der Pfad war dann auch die meiste Zeit gut zu erkennen und es ging gut voran, aber das sollte nicht so bleiben. Badl verschwand der Pfad immer öfter und wurde abwechselnd durch Sumpflandschaften und Geröllwüsten ersetzt. Mit Karte, Kompass und GPS sind wir aber auch da durchgekommen und haben am Ende sogar den Weg wiedergefunden, der uns dann nach über 8 Stunden zu einem lauschigen Plätzchen am See geführt hat, wo wir dann für heute Nacht unser Lager aufgeschlagen haben. Naja... er könnte lauschig sein, wenn das Wetter nicht sie mies wäre.
Die Etappenlänge lag heute etwa im Plan, aufholen konnten wir aber nichts.

Kaffeepause
Wieder eine Nacht rum, leider müssen wir heute dieses idyllische Plätzchen am See verlassen. Der Weg führt zwichen dem Berg Saana und dem Saanajärvi zurück nach Kilpisjärvi... das Wetter ist inzwischen ziemlich bescheiden, es regnet immer mal wieder mehr oder weniger stark. Deshalb gab's kurz nach Mittag erstmal einen Kaffe zum Aufwärme, wo wir schonmal durch den Ort kamen. Hier war dann auch Zeit den Blogeintrag für gestern nachzuholen (hinter dem Berg gab's wohl kein Netz).

Neun Stunden und das Etappenziel noch weit weg...

Lagerplatz am Saanajärvi
Unsere Tour im letzten Jahr war ja nun nicht sehr anspruchsvoll. Deshalb hatten wir uns diesmal vorgenommen, sie etwas länger und mehr in der Natur zu machen, damit die Sache etwas mehr Anspruch hat. Der erste Eindruck zeigt: das ist uns mehr als gelungen. Die für heute geplante Etappe wäre wohl irgendwann gegen 2 oder 3 Uhr zu Ende gegangen. Wir haben das ganze dann aber nach neun Stunden abgebrochen und uns am Saanajärvi direkt neben iner kleinen Hütte für die Nacht niedergelassen. Die Hütte steht hier für Wanderer um tagsüber kleine Pausen einlegen zu können. Schlafen darf man darin nicht, aber wir haben ja unser Zelt. Aber für's Abendessen und das morgige Frühstück nehmen wir die Einladung gerne an.
Morgen werden wir uns Gedanken machen müssen, wie das weitergeht. Bei gleichbleibendem Gelände ist die Tour so kaum zu bewältigen, vor allem, da uns ja schon ein Tag fehlt. Den irgendwo reinzuholen ist absolut illusorisch, wir werden eher noch mehr verlieren. Mal sehen wie sich das entwickelt. Notfalls gibt's ja auch noch den Bus. Da sind ja ein paar Straßenetappen auf unserer Route, die machen zu Fuß sowieso keinen Spaß ;-)

Hin und wieder zurück

Wir und der Grenzstein
Nach den Strapazen gestern haben wir halbwegs lange geschlafen um wieder zu Kräften zu kommen und dann ging es erstmal hin zum Grenzstein Finnland/Norwegen/Schweden. Weswegen wir ja den Horror gestern auf uns genommen hatten.
Wer dachte heute wirds leichter lag total falsch. Selbe Strecke zurück und noch weiter war heute das Motto. Die Gegend und der wunderschöne Ausblick können entschädigen etwas aber die Schmerzen bleiben ;-). Gegen Abend erreichen wir eine kleine Hütte die wir zum kochen und aufwärmen nutzen können.

Der nächste Morgen

Nachlager
Nach den Strapazen gestern und Zweifeln an der ganzen Geschichte hier ( ;-) ) sah heute morgen alles schon wieder besser aus. Gegen 8 Uhr aufgestanden, bei unverändert super Wetter gab's erstmal lecker Pfannkuchen zum Frühstück. Jetzt geht's zur Erkundung der Grenzpunktgegend und es werden ein paar Fotos gemacht. Jede Menge Steine hier. Frage mich, welcher der richtige ist :-) Danach geht's den Weg von gestern zurück nach Kilpisjärvi...