Wintertour im Oulanka-Nationalpark (Februar 2012)
Der erste Tag

Schutzhütte an der Perttumakoski
Heute morgen um 10 Uhr war es endlich soweit. Wir packten unsere Rucksäcke und machten uns auf Richtung Busbahnhof. Der Bus kam mit 15 Minuten Verspätung und brachte uns in etwa 1,5 Stunden nach Hautajärvi, unserem Startpunkt auf der Bärenrunde. Zwischendurch wechselte mal der Fahrer. Die Info, wo wir aussteigen wollten wurde zwar weitergegeben, der neue fuhr dann aber trotzdem erstmal an unserer Haltestelle vorbei. Nach einem kurzen Hinweis wendete er aber freundlicherweise nochmal und wir kamen noch da an, wo wir hin wollten.
Da standen wir also vor dem "Eingangsschild" zur Bärenrunde. Also Schneeschuhe angeschnallt und los ging's. Der weg war einfach zu finden. Zum Einen, weil er mit onangefarbenen Klecksen an den Bäumen markiert ist. Zum anderen, weil der Schnee links und rechts des Weges noch deutlich höher ist. Schließlich sind wir nicht die einigen Verrückten ;-)
Nach einer Weile verloren wir dann doch den Weg und standen plöztlich mitten im Tiefschnee. Was für ein Glück. Markierten Wegen folgen, kann ja jeder ;-)
Weiter ging's also mit Karte, GPS und Kompass. Nach einer halben Stunde quer durch den Wald fanden wir zurück auf den Weg der dann schnell an den ...joki (werd morgen nachsehen, wie der Fluss heißt). Etwas den Fluss entlang lag irgendwie eine Schutzhütte an der Perttumakoski, wo wir unsere erste Nacht verbringen wollten.
Auf dem Weg dorthin am und auch teilweise auf dem Fluss entlang, dessen Eis wohl nicht ganz so dick war, auch wenn teilweise Schneeskooterspuren darauf zu sehen waren, hat's Stephan dann noch geschafft, einzubrechen (nur am Rand, nicht tief, nix passiert ;-) und sich mit dem Schneeschuh zu verfangen. Das war vielleicht ein Spaß, ihn da wieder raus zu kriegen ;-)
Als das geschafft war und wir die Hütte erreichten, brannte auch bald ein gemütliches Lagerfeuer und dem Abendessen stand nichts mehr im Weg (Nudeln mit Salami-Tomatenmark-Zwiebel-Knoblauch-Soße, sehr lecker und das Standard-Abendessen für die nächsten Tage).
Während ich mich dann schon in meinen Schlafsack verkroch, hat Stephan sicher noch eine Stunde mit dem Lagerfeuer gespielt und einen Scheit nach dem anderen nachgelegt - da hatte wohl einer seinen Spaß :-)
Jo. Das war er dann also, der erste Tag. Macht schon Lust auf mehr. Viel Schnee, nicht zu kalt (gerade sind's nur -3 Grad), Stille und durch die Last des Schnees teilweise bizarr gekrümmte Bäume. Viele Tierspuren, wohl überwiegen Hasen aber auch andere - mal sehen, ob sich auch die Verursacher mal blicken lassen.
Der Himmel zeigt sich bisher leider nur sehr bedeckt, da muss sich auch noch was tun.
So... genug gequatscht. Gute Nacht :-)

Los gehts...
Nach fast elf Stunden Schlaf gibts nochmal großes Frühstück. Netterweise bekommen wir im Kuusnka heisses Wasser für wie Thermosflaschen.
Nach dem Packen geht es los Richung Busbahnhof. Der Bus hat wie schon der Flieger vorher Verspätung, allerdings nur rund 15min. Wir haben rund 1:30 Fahrt vor uns.. Ruka ist wirklich nur ein besserer Idiotenhügel, aber sehr wichtig: hier wollen wir am Ende unserer Bärenrunde ankommen. Zwischendurch wird der Fahrer gewechselt und der zweite Fahrer scheint in Gedanken, er fährt an unserem Ausstiegspunkt einfach vorbei. Er wendet aber für uns. Unsere Etappen zu Fuß beginnen also.
Und gleich richtig mit viel Schnee so daß wir unsere Schneeschuhe von Anfang bis Etappentiel tragen. Der Großteil ist Loipenartig und leicht zu laufen. Wir begegen einem Schneescooter der einen Traktorreifen zieht, so werden diese Wege hier offenbar erkennbar gehalten. Das ist aber auch der letzte Mensch dem wir heute begegen. Etwas nach der Hälfte des Wegs lichtet sich der Wald so daß unser klarer Weg verweht wurde und wir richtig in den Tiefschnee müßen. Hier machen sich unsere 30" Schneeschuhe richtig bezahlt, denn selbst mit sinkt man Knietief im Schnee ein. Alex Schneeschuh löst sich, wir finden ihn aber zwei Schritte hinter ihm wieder :-).
Dieses Stück ist extrem anstrengend. Auf jedenfall für mich, Alex der hinterher geht freut sich über festgetretenen Schnee. Natürlich wechseln wir uns auch mal ab.. und prompt finden wir unsere Loipte wieder.
20m vor unserem Tagesziel werden wie übermütig und stapfen, statt durch den Wald, ein Stück über einen gefrohrenen Fluss. Dabei breche ich natürlich ein paar cm mit meinem rechten Fuß ein und hab meine liebe Mühe mich wieder zu befreien. Klappt aber schließlich doch und auch die Füße bleiben trocken. Tolle Schuhe.. trotzdem hätte ich diese Aufregung nicht haben müssen.
An der Schutzhütte (Laavu, drei Wände mit Dach) bekommen wir schnell ein Feuer in Gang und schmelzen den ersten Schnee, gerade als das Tageslicht verschwindet. Nach dem Streß schmeckt das Essen besonders gut. Ich spiele noch etwas mit dem Feuerholz bevor wir in die Schlafsäcke kriechen.