Wintertour im Oulanka-Nationalpark (Februar 2012)
Optischer Leckerbissen

Myllykoski
Ich sollte lernen besser mit meinem Schlafsack umzugehen, wache mitten in der Nacht wegen Überhitzung auf. Kaputze und Reissverschluss etwas öffnen hilft und der Rest der Nacht ist prima. Auch dank dem Fleecepullover der als Kopfkissen dient.
Der Morgen ist inzwischen reine Routine: Feuermachen, Frühstück (wieder Brot aber wegen dem ausgefallenen Frühstück vor kurzem mit doppelt Nutella und doppelt Honig), hinterher packen.
Der Weg ist wieder (!!! wie langweilig) ohne Schneeschuhe begehbar, eine sehr deutliche Scooterspur. Unterwegs müßen wir ein paar Mal entgegenkommenden Schneescootern ausweichen.
Gegen Zwei nähern wir uns Juuma und werden uns ob des Weges etwas unsicher, aber nach einer Weile Kartenlesen und tapfer weiterlaufen stoßen wir auf ein großes rotes Schild: Karhunkieros, unsere Bärenrunde ist wieder deutlich vor uns.
Es erwarten uns wieder einige verschneite Treppen die wir teils freiwillig, teils unfreiwillig rutschend auf dem Hosenboden hinabgelangen.
Die Gegend um die Myllykoski ist die bisher schönste, wie sicher auch die Anzahl der Fotos nach dem Trip verraten werden. Ein halbzugefrohrener Flußlauf, eine Hängebrücke und Vögel die im Fluß tauchen, um nur ein paar Höhepunkte zu nennen.
Bis zu unserem Ziel "Siilastupa" ist es nun nicht mehr weit. Diese Hütte liegt jedoch etwas abseits unserer Route, rund 1km müßen wir morgen nochmals zurücklaufen.

Halbzeit

Kiutaköngäs
Heute stand eine etwas längere Etappe auf dem Plan. Also musste morgens alles etwas schneller gehen als gestern. Also schnell gefrühstückt ud gepackt. Kurz vor unserem Aufbruch tauchten dann aber noch drei Finnen auf Schneemobilen auf, die Reparaturarbeiten vom Vortag an der Hütte fortsetzen wollten. Während der einee nicht mehr als ein grüßendes Nicken für uns übrig hatte, waren die beiden anderen gesprächiger. Einer zeigte uns ein Foto der Ecke mit dem Ofen der Hütte - sah ziemlich angekokelt aus. Da hatten wir wohl Glück, dass die Hütte überhaupt noch stand und wir nicht im Freien übernachten mussten. Wir verabschiedeten uns dann von den beiden, bekamen noch ein Nicken von Nummer 3 und machten uns auf den Weg.
Über drei Hängebrücken überquerten wir erstamal den Canyon. Dann ging's bergauf, bergab den Fluss entlang, der sich tief in den Felsen gefressen hat. Nach ca. 3-4 Stunden erreichten wir das Besucherzenturm des Parks. Hier gibt's jede Menge Infos, Souveniers, Kaffee und Kuchen. Wir unterhielten uns etwas mit der Dame dort, sie zeigte uns das Wetter für die nächsten Tage (mäßig kalt und bedeckter Himmel :-( ) und dann ging's auch schon weiter. Vom Besucherzentrum gehen einige Tagestouren aus. Entsprechend ausgetreten waren die Wege und es liefen uns auch einige Leute über den Weg. Je weiter wir uns aber vom Besucherzenturm entfernten desto spärlicher wurden die Spuren und vor allem die Leute. An einer Feuerstelle endenten sie dann ganz und wir waren wieder allein. Die Skooterspur war zwar noch erkennbar aber schon etwas von Neuschnee bedeckt.
Hoch oben über dem überwiegend zugefrorenen Fluss hatten wir dann noch ca. 7km für heute. Im Frühjahr, wenn die Schneeschmelze in vollem Gange ist hat man hier sicher noch eine beeindruckende Geräuschkulisse durch den rauschenden Fluss im Tal.
Nach einiger Zeit, die bei schmerzenden Füßen und Rücken wie eine Ewigkeit vorkam erreichten wir schließlich die Ansakämppä-Hütte, unser heutiges Ziel. Die Hütte ist riesig und hat Platz für bis zu 20 Personen. Auch einen Ofen gab es natürlich wieder, doch der Versuch, diesen in Gang zu kriegen, scheiterte kläglich. Das hermliegende Feuerholz war alles andere als trocken und fing teilweise schon das Modern und Schimmeln an. Durch Schnitzen vieler kleiner und kleinster Späne gelang es zwar ine kleines Feuerchen zu schüren, doch jeder Versuch, etwas größeres nachzulegen, um ein dauerhaftes Feuerchen zu bekommen, erstickte das zarte Feuerpflänzchen gleich wieder. Nach über zwei Stunden gab selbst Feuerteufel Staphan das Spielchen auf.
Auf einem Gasherd vor der Hütte konnten wir wenigstens noch unser Abendessen machen und nach dem Essen ging's dann schnell in den warmen Schlafsack.

Miniminimini
Von gestern 23:00 bis heute kurz nach Sieben kann ich schlafen.. der Morgen lockt mich nicht wirklich, wir haben heute ja nur eine Minietappe vor uns. Entsprechend gemütlich gehen wir es an. Beim Holzsägen, für Nachfolger, und Schneeschmelzen verrinnt die Zeit aber so daß wir gegen Zwölf erst aufbrechen.
Gleich nach ein paar Metern müßen wir eine Hängebrücke überqueren, wir verzichten also auf unsere Schneeschuhe. Der restliche Weg ist so klar ersichtlich und ausgetreten daß wir sie heute gar nicht mehr nutzen. Einzig der stetige Auf- und Abstieg ist anstrengend, nach 2h sind aber aber auch schon am Ziel: "Taivalköngäs"!
Wir sehen gerade nach einen Ranger mit sseinem Schneemobil abfahren, aber sonst wieder keine Wanderer außer uns..
Im Ofen der Hütte lodert noch ein wenig Glut, ein paar hineingeworfene Scheide und es wird warm.
Die viele freie Zeit nutzen wir um ausgiebig Schnee unter dem Ofen zu schmelzen und ohne Erfolg auf weitere Wanderer zu warten. Dann breiten wir uns aus und beginnen mit dem Abendessen. Der nicht so wohlverdiente Schlaf folgt auch bald darauf.

Kurzer Tag

Hängebrücke an der Taivalköngäs-Hütte
Die Savilampi-Hütte liegt im Tal am Oulankajoki umgeben von den steilen Hängen des Oulanka Canyon, desshalb war wohl nichts mit Neztempfan und Blogeintrag. Ich hoffe, es hat sich keiner Sorgen gemacht :-) Der Eintrag von gestern ist, wie man sieht bereits nachgeholt.
Heute war nicht mehr drin, als bis zur Taivalköngäs-Hütte in etwa 4km Entfernung zu gehen. Die nächste wäre nochmal 15km weiter und das wäre eher unrealistisch gewesen.
Nach dme Aufbruch von der Savilampi-Hütte überquerten wir erstmal eine wankende Hängebrücke und dann ging's steil, teilweise über Treppen den Oulanka-Canyon hinauf. Die Treppen waren allerdings soweit zugeschneit, dass sie nur noch steile, rutschige Rampen waren. Der Weg danach war schmal, etwas hügelig, auch mal etwas steiler, aber gut zu erkennen und recht einfach zu gehen. Die Schneeschuhe kamen hier gar nicht mehr zum Einsatz.
Nach etwa zwei Stunden erreichten wir wieder einen steilen Treppenabgang, der uns mit einer lustigen Rutschpartie hinunter zu unserem Tagesziel führte. Die Hütte ist sehr schön am Fluss gelegen und die Felsen und Hängebrücken, die man von hier schon sieht, ersprehcne einen interessanten Etappenbeginn morgen.
Jetzt sitzenn wir aber erstmal entpannt bei einem heißen Tee in der warmen Hütte und gleich gibt's Abendessen.
War ein eher erholsamer Tag heute, aber nach den Strapazen gestern kam das nicht ungelegen.