Wintertour im Oulanka-Nationalpark (Februar 2012)
Schlussspurt
Von der Porontimajoen Maya müssen wir ein Stück die Skiloipen zurück und die Bärenrunde suchen. Eigentlich nur durch Glück halten wir genau an der richtigen Stelle und während wir uns überlegen wie lange wir noch in diese Richtung laufen entdecke ich das Schneeverwehte Schild "Karhunkieros". Also hierlang.
Aber hier ist der Schnee auch wieder so tief daß Schneeschuhe nötig sind. Rund 4km durch den tiefen Schnee bewältigen wir bis wir uns entscheiden ein wenig abzukürzen und einem der Winterwege zu folgen, sonst könnte die Strecke heute evtl zu langwierig werden. Eine ganze Weile geht es langweilig gerade aus, wenig Abwechslung aber das Wetter wird schlechter. Der Himmel zieht zu, es wird windiger und leichter Schneefall setzt ein. Der Winterweg führt zur Straße die nach Ruka führt. Diese oder weiter den Winterweg ist uns allerdings zu langweilig und ein paar Meter weiter sollte eh die Bärenrunde wieder zu finden sein. An einem Parkplatz bzw Info(schild) ist sie schon ausgeschildert. Auch der Wegweiser ist schnell gefunden, allerdings absolut kein ausgetretener Weg. Wir erforschen die Gegend ein wenig, laufen sogar ein Stück des nahen "Bird watch trails", und schließlich versuchen wir einer ausgetretener Spur zu folgen die in die Richtige Richtung führt. Diese führt uns sogar knapp 1,5km zum nächsten Wegpunkt, einem Laavu. Hier sollte es eigentlich auf einen kleinen Berg- bzw Hügelrücken gehen und dann immer weiter schnurgerade Richtung Ruka. Unser Ziel. Allerdings sind ab hier jegliche Spuren und Wege bis zur Unkenntlichkeit verweht bzw verschneit und inzwischen hat sich das Wetter verschlimmert, es ist ziemlich windig geworden und der Schneefall hat auch zugenommen. Zur Sicherheit entscheiden wir uns zum Parkplatz zurück zu kehren und beenden hier die Tour.
Bei gutem Wetter hätten wir die 6-7km Querfeldein durch die tiefen Schnee nach Ruka sicher gewagt und auch geschafft. Es ist zwar super anstrengend durch den tiefen Schnee, aber es macht ja auch Spass! Aber sicher ist sicher! Das Stück muß nochmal versucht werden :-)

Die letzten Meter

Morgendämmerung an der Porontimajoki-Hütte
Was ne Nacht. Erst nicht ins Bett, weil der Himmel leuchtet, dann nicht schlafen, weil der Ofen die kleine Hütte mal eben bis an die 40 Grad aufgeheizt hat. Bis das auf ein zum Schlafen erträgliches Maß heruntergekühlt war verging auch nochmal ne ganze Weile.
Um sechs Uhr klingelte dann auch schon der Wecker, schließlich hatten wir heute nochmal einen langen Weg vor uns.
Die meisten gehen wohl aber hier auf den planierten Wegen mitSkiloipen den restlichen Weg nach Ruke. Das fanden wir dann doch etwas langweilig, also wählten wir lieber die "echte" Bärenrunde, wodurch auch unsere Schneeschuhe wieder mal zu ihren Ehren kamen. Nach etwa 3 bis 4 Kilometern auf schmalen, kaum begangenen, mit tiefem chnee bedeckten Pfaden durchs Bäume- und Sträucherdickicht, die wir in etwa 2 Stunden (!) zurücklegten, kamen wir wieder auf einen breiteren, befestigten Weg. Um einigermaßen sicherzustellen, dass wir heute noch ankommen, beschlossen wir , etwas abzukürzen und später wieder auf die Bärenrunde zurückzukehren.
Soweit die Theorie. Ein Schild zeigte den "Wiedereinstiegspunkt", doch nach Weg sah das nicht aus. Einige Meter weiter fand sich eine Spur in die richtige Richtung, der wir dann mal folgten. Sie führte die steilen Hänge des Valtavaara hinauf. Entsprechend langsam kamen wir voran. Nach knapp einer halben Stunde erreichten wir eine Schutzhütte in etwa einem Kilometer Entfernung. Ab hier waren alle Spuren - sofern es sie denn gab - vom inzwischen recht frischen Wind und Schneefall verweht oder verdeckt. Wir unternahmen noch einen Versuch, auf eigene Faust weiter zu gehen. Eine kurze Hochrechnung, wie lange es auf diesem Wege bis zu Ziel dauern würde, brachte uns dann aber zu dem Schluss, dass wir wohl oder übel abbrechen und den Weg zurück zur Straße gehen mussten. Einem 50cm-Schritt den Berg hinauf folgte ein 40cm Zurückrutschen. Bis zum Frühstück hätten wir's vielleicht geschafft ;-) Zurück an der Straße boten sich nicht wirklich Alternativen (außer der Straße an sich zu folgen, was aber ja nicht Sinn der ganzen Sache war), also brachen wir hier das Abenteuer etwas vor dem eigentlich Ziel ab und ließen uns das restliche Stück zurück nach Ruka fahren.
Dort besorgten wir noch ein paar Souveniers (und bekamen nicht mal das dort beworbene Karhunkierros-T-Shirt - wir sollten doch im Sommer wieder kommen :-( ) und fuhren anschließend zurück ins Hotel nach Kuusamo.
Inzwischen gab's im Restaurant gegenüber Pizza, Wein, einen großen Schokokuchen und einen Espresso. Und jetzt is mir schlecht. Gute Nacht :-)

Endlich wieder Schneeschuhe

Tasse mit Stephan
Der Morgen beginnt mit extrem leckeren Pfannkuchen, Alex hat langsam den Dreh raus :-)
Danach nutzen wir das 1km Stück das wir zurücklaufen müßen für weitere Landschaftsaufnahmen. Der Aallokkokoski in seiner schönsten Eis- und Schneetracht. Das hat auch einen weiteren Fotografen angelockt.
Ab der Stelle, an der "große" und "kleine" Bärenrunde trennen und wir der Großen Richtung Ruka folgen, wird der Schnee wieder tiefer und verwehter. Die Strecke führt über einige weite kahle Landstriche, zusammen mit dem aufklarenden, fast blauen Himmel und dem glitzernden Schnee einfach ein Augenschmaus.
Nach 4 der 8km legen wir eine Rast an einem Laavu ein, etwas Tee und Schokoriegel werden verspeist. Wenig später wird der Schnee so tief daß wir endlich mal wieder unsere Schneeschuhe nützen können/müßen. Das Glück hält aber nur 100m da wir dann auf Loipen stoßen. Der Weg durch den tiefen Schnee und die Loipen treffen sich mehrmals, wir nutzen wo es geht unsere Schneeschuhe... die waren teuer und es macht ja auch so viel Spaß! :-)
Etwa um halb drei sind wir am Ziel: Porontimajoen Maya. Zwei winzige Hütten für jeweils 4 Personen (oder zwei die sich so ausbreiten wie wir das tun) und zwei Laavu Schutzhütten. Erstmals brauchen wir keinen Schnee schmelzen sondern können aus dem nahen Fluß schöpfen. Wer Finnisch kann weiss schon daß der "Porontimajoki" heisst. Die kleine Hütte wird ruckzuck warm, fast schon zu warm, und wir bereiten uns auf die letzte Etappe vor.

Inzwischen habe ich alle Tage nachgetragen.. wer das alles aus meiner Perspektive lesen will kann das nun tun :-)