Wintertour im Oulanka-Nationalpark (Februar 2012)
Die letzten Meter

Morgendämmerung an der Porontimajoki-Hütte
Was ne Nacht. Erst nicht ins Bett, weil der Himmel leuchtet, dann nicht schlafen, weil der Ofen die kleine Hütte mal eben bis an die 40 Grad aufgeheizt hat. Bis das auf ein zum Schlafen erträgliches Maß heruntergekühlt war verging auch nochmal ne ganze Weile.
Um sechs Uhr klingelte dann auch schon der Wecker, schließlich hatten wir heute nochmal einen langen Weg vor uns.
Die meisten gehen wohl aber hier auf den planierten Wegen mitSkiloipen den restlichen Weg nach Ruke. Das fanden wir dann doch etwas langweilig, also wählten wir lieber die "echte" Bärenrunde, wodurch auch unsere Schneeschuhe wieder mal zu ihren Ehren kamen. Nach etwa 3 bis 4 Kilometern auf schmalen, kaum begangenen, mit tiefem chnee bedeckten Pfaden durchs Bäume- und Sträucherdickicht, die wir in etwa 2 Stunden (!) zurücklegten, kamen wir wieder auf einen breiteren, befestigten Weg. Um einigermaßen sicherzustellen, dass wir heute noch ankommen, beschlossen wir , etwas abzukürzen und später wieder auf die Bärenrunde zurückzukehren.
Soweit die Theorie. Ein Schild zeigte den "Wiedereinstiegspunkt", doch nach Weg sah das nicht aus. Einige Meter weiter fand sich eine Spur in die richtige Richtung, der wir dann mal folgten. Sie führte die steilen Hänge des Valtavaara hinauf. Entsprechend langsam kamen wir voran. Nach knapp einer halben Stunde erreichten wir eine Schutzhütte in etwa einem Kilometer Entfernung. Ab hier waren alle Spuren - sofern es sie denn gab - vom inzwischen recht frischen Wind und Schneefall verweht oder verdeckt. Wir unternahmen noch einen Versuch, auf eigene Faust weiter zu gehen. Eine kurze Hochrechnung, wie lange es auf diesem Wege bis zu Ziel dauern würde, brachte uns dann aber zu dem Schluss, dass wir wohl oder übel abbrechen und den Weg zurück zur Straße gehen mussten. Einem 50cm-Schritt den Berg hinauf folgte ein 40cm Zurückrutschen. Bis zum Frühstück hätten wir's vielleicht geschafft ;-) Zurück an der Straße boten sich nicht wirklich Alternativen (außer der Straße an sich zu folgen, was aber ja nicht Sinn der ganzen Sache war), also brachen wir hier das Abenteuer etwas vor dem eigentlich Ziel ab und ließen uns das restliche Stück zurück nach Ruka fahren.
Dort besorgten wir noch ein paar Souveniers (und bekamen nicht mal das dort beworbene Karhunkierros-T-Shirt - wir sollten doch im Sommer wieder kommen :-( ) und fuhren anschließend zurück ins Hotel nach Kuusamo.
Inzwischen gab's im Restaurant gegenüber Pizza, Wein, einen großen Schokokuchen und einen Espresso. Und jetzt is mir schlecht. Gute Nacht :-)

Super Pfannkuchen, toles Wetter, letzte Nacht

Zurückgelegter Weg im Schnee
Der Tag fing heute morgen schon fantastisch an. Nie zuvor waren unsere "Wildniss-Pfannkuchen" so gut gelungen. Einfach superlecker :-)
Als dann nach den ersten paar Metern Weg sich auch noch der blaue Himmel und der strahlende Sonnenschein festigten, schien der Tag perfekt zu werden.
Von der Siilastupa mussten wir erstmal ca. 1km den Weg von gestern zurück und konnten nochmal den Canyon mit seinen Stromschnellen genießen. Dann bogen wir ab Richtung Süden und folgten dem Pfad durcheine traumhafte, im Sonnenschein funkelnde Schneelandschaft.
Immer wieder trafen wir auf planierte Wege mit Skiloipen uaf denen auch immer mal ein Langläufer an uns vorbei rauschte.
Dazwischen auch weniger begangene, schmale Pfade, wauf denen sogar ab und zu unsere Schneesschuhe wiedr aml Verwenudng fanden.
Nach nur wenigen Stunden erreichten wir schon unser Ziel für heute, den Porontimajoki, an dem zwei kleine Hütten stehen. In einer der beiden pausierten gerade zwei Langläufer, die aber kurze Zeit später wieder abreisten undu ns feundlicherweise einen befeuerten Ofen und eine warme Hütte hinterliesen. "Joki" ist ja eigentlich der "Fluss". Den Porontimajoki würde ich aber eher als Bach bezeichnen. Glücklicherweise ist er jedenfalls nicht ganz zugefroren und wir können uns das Schneeschmelzen sparen.
Gleich gibt's das leztte Abendessen und im Anschluss die letzte Nacht "draußen". Der Himmel ist noch klar, etwas Hoffnung ist also noch für ein paar Nordlichter.
Nach Auskunft eines Finnen, den wir unterwegs trafen, sollen mrogen Schneeschauer kommen. Da das wäre ja super, auf der letzten und einer der längsten Etappe...


Schneelandschaft
Da das Holz natürlich über Nacht nicht besser wurde, versuchten wir's gar nicht erst mit dem Feuer. Lust, lange in der kalten Hütte rumzusitzen, hatten wir auch nicht, also machtne wir uns mit Hilfe des Gaskochers nur schnell einen heißen Kakao und einen Pudding, packten unser Zeug zusammen und machten uns wieder auf den Weg. Der Weg führte raus aus dem Canyon Richtung Süden. Heute kam mir alles noch etwas weißer und verschneiter vor als die letzten Tage. Eine richtig zauberhaftre und - wenn wir nicht gerade durch unsere Schritte einen verhältnismäßig höllischen Lärm gemacht haben - totenstille Landschaft.
Unser Ziel war heute die Jussinkämppä-Hütte am Kulmakkajäriv (das ist ein See ;-) ). Das waren keine 0km und so waren wir nach gemütlichen 3,5 Stunden schon da.
Nach so langer Kältezeit war der erste Gedanke natürlich "Feuer". Hier war das Holz supertrocken und schon nach fünf Minuten loderte ein waremes Feuerchen im Ofen und nach 2,5 Stunden hatten wir schon kuschlige 10 Grad in der Hütte.
Den Mäusen gefällt das natürlich auch: Ein leises Rascheln verriet eine von Ihnen, als sie sich gerade an Stephans Beutel mit dme Zucer zu schaffen machte. Eine Bestätigung dafür, dass es die letzten Nächte nicht ganz so unsinnig war, die Nahrungsmittelvorräte an einem Sack an die Decke zu hängen...

Erste Tiere, Wanderer, Abnutzungserscheinungen...
Eine der längsten Etappen (rund 16km) liegt vor uns, kurz nach Sieben stehe ich auf um Feuer zu machen. Heute wird nicht getrödelt! Um halb Neun sind wir fast aufbruchbereit als drei Ranger auf ihren Skiscootern zur Hütte kommen. Sie wollen die Hitzeabschrimung am Ofen ausbessern. Die Bilder die sie uns zeigen machen deutlich daß das eine gute Idee ist. Die provisorische Abschirumung hat die Schäden vor uns verborgen.
Gegen Neun brechen wir tatsächlich auf. Der Weg ist wieder ohne Schneeschuhe zu gehen.. Alex hätte gerne am manchen Stelle kleine Schneeschuhe, ich finde aber hier jedwede Art Schneeschuh übertrieben.
Unterwegs sehen wir erste Tiere, ein paar Vögel. Etwa in der Mitte dieser Etappe sollte sich die Parkinfo befinden. Fälschlicherweise halten wir die ersten (menschenleeren) Hütten dafür. Wir verdrängen den Gedanken an frischen Kaffee und rasten normal.
Ein paar 100m weiter, an einer Straße finden wir die echte Parkinfo. Nun ist dafür allerdings keine Zeit mehr. Ihr könnt es auch Trotz nennen :-).
Ab hier treffen wir mehrere Wanderer, die aber wohl alle nur den "Daytrail" laufen.
Bei uns machen sie die 2kg Schneeschuhe, die wir immernoch am Rucksack befestigt haben, in den Schultern bemerkbar. Kurz vor Ende der Etappe werden auch die Füße etwas wehleidig. Alex rechter und mein linker Fuß hatten wohl etwas zu viel. Bei mir lag es aber evtl daran daß der Stiefen zu eng geschnürt war und der Fuß etwas zu viel geschwitzt hat. Das werde ich morgen testen..
Die Hütte "Ansakämppä" ist rießig und wir beginnen gleich mit dem Feuermachen. Leider ist das Holz sehr nass, die Axt hier ist stumpf und inzwischen zu wenig Licht um besseres Holz zu finden. Nach 2h bekomme ich den Ofen kurz richtig in Gang, aber das nachgelegte Holz fängt kein Feuer und wir geben auf.
Immerhin gibt es hier einen vollen Gasbrenner und wir machen schnell das übliche: Nudeln und Wurst. Dann schnell in dem warmen Schlafsack, das einzige was einen hier warm hält....

Anstrengend...
Über Nacht ist es kalt geworden: -14°C! Das Frühstüclenmachen gestaltet sich nicht so einfach. Der Brotteig wird zu dünn und braucht lange um fertig zu werden. Mit halbwarmer Nutella trotzdem ein Genuß :-)
Wir trödeln fast etwas und vergessen obendrein auch noch die Schaufel, was wir aber erst am nächsten Ziel merken.
Als das Feuer kurz vor Aufbruch gelöscht wird wird es mächtig kalt an den Füssen, aber unterwegs werden die schon noch warm.
Der Weg war flux wieder gefunden und gut zu passieren. Der hält aber nicht lange, der Weg hört einfach auf und wir brauchen etwa eineinhalb Stunden um wieder auf einen echten Weg zu treffen. Trotz Schneeschuhe sinken wir knietief im Schnee ein, entsprechend anstrengend ist dieser Teil. Wir nehmen also unser Ziel wieder auf.
Bei einem Zwischenziel, einem Laavu wie das in dem wir übernachtet haben verliert sich wieder der Weg. Wir entscheiden uns einem anderen Weg zu folgen.. ein hoffentlich einfacherer Umweg (als durch kniehohen Schnee) der uns aber wieder genau auf die Bärenrunde führen soll. Nach einer Weile kommen wir zu einer Straße die wohl lange nicht mehr befahren wurde und viel Schnee trägt. Wirklich einfach sieht anders aus.. Wieder Kräftezehrend.
Jedoch wie geplant finden wir die Bärenrunde wieder und kommen in die unmittelbare Nähe einer rießigen Schlucht.
Die Kräfte und das Sonnenlicht sind fast erschöpft als wir zum dritten Mal den Weg verlieren. Laut GPS sind es nur noch ein paar hundert Meter bis zur Savilampi (eigentlich hätten wir bis zur Taivalköngäs kommen wollen) also marschieren wir in einfach genau in diese Richtung durch den hohen Schnee. Kurz bevor wir nicht mehr wollen kommen wir endlich zur Hütte, Feuer im Ofen ist leicht gemacht aber es wird nicht wärmer als 7°C. Trotdem ein wenig besser als das Laavu denn hier können wir Sachen trocknen und nach dem wohlverdienten Abendessen einen genauso wohlverdienten Schlaf finden.

Der erste Tag

Schutzhütte an der Perttumakoski
Heute morgen um 10 Uhr war es endlich soweit. Wir packten unsere Rucksäcke und machten uns auf Richtung Busbahnhof. Der Bus kam mit 15 Minuten Verspätung und brachte uns in etwa 1,5 Stunden nach Hautajärvi, unserem Startpunkt auf der Bärenrunde. Zwischendurch wechselte mal der Fahrer. Die Info, wo wir aussteigen wollten wurde zwar weitergegeben, der neue fuhr dann aber trotzdem erstmal an unserer Haltestelle vorbei. Nach einem kurzen Hinweis wendete er aber freundlicherweise nochmal und wir kamen noch da an, wo wir hin wollten.
Da standen wir also vor dem "Eingangsschild" zur Bärenrunde. Also Schneeschuhe angeschnallt und los ging's. Der weg war einfach zu finden. Zum Einen, weil er mit onangefarbenen Klecksen an den Bäumen markiert ist. Zum anderen, weil der Schnee links und rechts des Weges noch deutlich höher ist. Schließlich sind wir nicht die einigen Verrückten ;-)
Nach einer Weile verloren wir dann doch den Weg und standen plöztlich mitten im Tiefschnee. Was für ein Glück. Markierten Wegen folgen, kann ja jeder ;-)
Weiter ging's also mit Karte, GPS und Kompass. Nach einer halben Stunde quer durch den Wald fanden wir zurück auf den Weg der dann schnell an den ...joki (werd morgen nachsehen, wie der Fluss heißt). Etwas den Fluss entlang lag irgendwie eine Schutzhütte an der Perttumakoski, wo wir unsere erste Nacht verbringen wollten.
Auf dem Weg dorthin am und auch teilweise auf dem Fluss entlang, dessen Eis wohl nicht ganz so dick war, auch wenn teilweise Schneeskooterspuren darauf zu sehen waren, hat's Stephan dann noch geschafft, einzubrechen (nur am Rand, nicht tief, nix passiert ;-) und sich mit dem Schneeschuh zu verfangen. Das war vielleicht ein Spaß, ihn da wieder raus zu kriegen ;-)
Als das geschafft war und wir die Hütte erreichten, brannte auch bald ein gemütliches Lagerfeuer und dem Abendessen stand nichts mehr im Weg (Nudeln mit Salami-Tomatenmark-Zwiebel-Knoblauch-Soße, sehr lecker und das Standard-Abendessen für die nächsten Tage).
Während ich mich dann schon in meinen Schlafsack verkroch, hat Stephan sicher noch eine Stunde mit dem Lagerfeuer gespielt und einen Scheit nach dem anderen nachgelegt - da hatte wohl einer seinen Spaß :-)
Jo. Das war er dann also, der erste Tag. Macht schon Lust auf mehr. Viel Schnee, nicht zu kalt (gerade sind's nur -3 Grad), Stille und durch die Last des Schnees teilweise bizarr gekrümmte Bäume. Viele Tierspuren, wohl überwiegen Hasen aber auch andere - mal sehen, ob sich auch die Verursacher mal blicken lassen.
Der Himmel zeigt sich bisher leider nur sehr bedeckt, da muss sich auch noch was tun.
So... genug gequatscht. Gute Nacht :-)

Kuusamo
Gestern abend hat's nochmal richtig geschneit und gestürmt. Trotz schwerem Gerät zum Schneeräumen ging das auch nicht am Flugplan der Finnair spurlos vorbei und wir kamen erst 22 Uhr in Kuusamo an. Wir gönnten uns ein Taxi zum Hotel und dann war der Tag auch schon gelaufen.
Am nächsten Morgen gab's ein für finnische Verhältnisse sehr reichhaltiges Frühstück. Dann machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden, etwas Campinggas zu kaufen und die restlichen Nahrungsvorräte zu besorgen, also Mehl, Nudeln, Salami und ein paar Schweinehälften :-)
Heute abend gibt's noch ein letztes Bier und morgen um 11.05 Uhr bringt uns der Bus nach Hautajärvi, wo der eigentlich Spaß beginnt...