Laugavegur - Shop&Trek in Island
Wieder hoch hinaus

Zeltplatz in 1000 Meter Höhe
Die vorletzte Etappe stand heute an. Vom Alftavatn wieder hoch hinauf auf über 1000 Meter zur Hütte
Hrafntinnusker. Es waren also knapp 600 Meter zu überwinden. Die meisten davon dann auch noch in einem
Stück nach etwa 3km in einer scheinbar nie enden wollenden Steigung. Ich glaube, die hat uns fast eine
Stunde beschäftigt. Belohnt wurde das aber wieder mit einem grandiosen Ausblick über weit verzweigte Flussläufe die sich durch sanfte, grüne Landschaften schlängeln, vor der Kulisse der mächtigen eisbedeckten Berge. Auch unser Startpunkt am See war von hier noch zu sehen.
Weiter Richtung Ziel waren Rauchwolken zu sehen. Machte da jemand ein Lagerfeuer? Nein... wie sich herausstellte hatten wir eine der "heißen" Gebiete erreicht - ein gutes Zeichen, dass wir unserem Ziel Landmannalaugar immer näher kommen.
Das Dampfen begleitete uns nun eine ganze Weile, zusammen mit einem widerlichen Geruch nach faulen Eiern. Besonders, wenn der Wind eine der Wolken in unsere Richtung trieb. Mein Frühstück vom Morgen überlegte sich auch kurz, sich das mal anzusehen, entschied sich dann aber glücklicherweise dagegen.
Von nun an ging es in einem ständigen Auf und Ab weiter. In der Nähe der heißen, dampfenden Stellen über lehmigen, matschigen Grund, in dem man fast stecken blieb und wo es richtig schmatzte beim Laufen. Ansonsten über den bekannten schwarzen Grund oder über Schneefelder und dicke Eisschichten, unter denen Schmelzwasserbäche verliefen.
Schon einige Kilometer vor der Hütte war diese am Horizont zu erkennen. Doch wir hatte noch viele Aufs und Abs vor uns, bis wir dort ankamen und obwohl die Landschaft aus der Ferne sanft und geschmeidig wirkt, so ist sie aus der Nähe doch ein sehr steiles Auf und Ab.
An der Hütte angekommen fanden wir einen fast leeren Campingplatz vor. Nur ein einzelnes Zelt verlor sich auf dem großen Areal. Wir meldeten uns bei der Hüttenwirtin, die berichtete, dass heute viele, die hier ankamen aufgrund des guten Wetters gleich noch eine Etappe dranhingen. Ach ja, das Wetter: das war heute den ganzen Tag richtig super. Zwar weht hier oben ein eisiger Wind, aber doch eher mäßig und die Sonne hat sich heute auch häufig blicken lassen.
Wir blieben jedenfalls hier und suchten uns ein hübsches Plätzchen, um unser Zelt aufzubauen. Jemand hatte mit den herumliegenden Steinen ein paar etwa einen halben Meter hohe dreiviertelkriesförmige Mauern aufgetürmt. Ein netter Windschutz, den wir gerne nutzten.
Als ich gerade mit einem Stein einen Zelthering festklopfte, gab es plötzlich einen riesem Rumms und die Erte vibrierte. Hatte ich zu fest geschlagen? Kurze Zeit später begann aus dem Funkgerät der herumlaufenden Hüttenwirtin ein unverständliches Geplapper. Da die Frau aber ganz ruhig blieb, schien soweit alles in Ordnung - wohl nur ein kleines Erdbeben. Das sollte sich am Abend auch noch ein paar mal wiederholen.
Ein paar Schauer gab's dann auch noch, aber da waren wir schon sicher und warm in unserem Zelt. Die letzte Nacht "draußen" begann.....

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