Laugavegur - Shop&Trek in Island
Werde nicht warm...
Es regnet die Nacht durch aber wie von der Platzwirtin angekündigt hat sich dadurch der Wind zurückgehalten und unser Zelt steht immer noch. Ab 8:00 hört es für immer längere Momente auf zu regnen und etwa eine Stunde später denke ich dann auch langsam ans aufstehen. Nochmal eine Stunde später sind wir marschbereit.
Die heutigen 16km sind recht eben und wir kommen wirklich zügig voran. Obwohl ich wieder in voller Montur (Stiefel, Regenhose) wird mir wegen des stetigen und teils starken Windes nicht wirklich warm und so wird es der für mich gefühlt kälteste Tag bisher. Nach etwa 9km erwartet uns die erste von vier Furten. Einfacher als gestern aber dafür arschkalt. Da es sich gestern bewährt hat und die anderen Furten bald folgen lasse ich wieder die Wattschuhe und Neoprensocken an. Die letzte und vierte Furt liegt dann auch noch direkt vor unserem Ziel. Glaube aber das liegt heute am Wetter, normalerweise sollte man wohl diese kleine Holzplanke benutzen die nicht mehr aus dem Wasser ragt.
Das Zelt steht trotz Wind schnell, die Heringe lassen sich leicht in den weichen Boden drücken und halten doch super.
Ich hänge einiges zum Trocknen ans Zelt. Gegen 17:00 zeigt sich sogar die Sonne wieder Richtig und Alex will Essen :-). Durch den Wind trocknen die Sachen schnell aber im Zelt wird es recht frisch, bis auf 6°C sinkt die Anzeige meiner Fenix. Da es außer dem See, Altavatn, und dem Wind nicht viel gibt folgt der Schlafsack recht früh.

Von Sonnig zu durchnäßt..
Zum ersten Mal seit unserem Appartment schlafe ich richtig gut, vor allem schnell ein. Das Erwachen ist trotzdem durchwachsen, mir kommt die Ausrüstung, die im Vorzelt war, nasser vor als am Abend. Da der Tag aber ohne Regen anfängt und man sogar erkennen kann woher die Sonne kommt lassen wir uns viel Zeit, hängen ein alles Nasse in den sanften Wind, frühstücken und packen gemütlich.
Um die 16km liegen vor uns. Da die erste Furt (endlich richtig zu Fuß durchs Wasser) ziehe ich gleich meine Neoprensocken und Wattschuhe an. Eigentlich hoffe ich daß meine Stiefel weiter trocken können. Relativ rasch erreichen wir dann auch wirklich die Þrönga. Ich zippe meine Hosenbeine ab, mache die Trekkingstöcke bereit und warte auf Alex, der ja mit seinen Stiefeln noch etwas mehr beschäftigt ist. Los gehts: Gar nicht so kalt aber ich finde die Strömung heftig. Alex wohl gar nicht, er überholt sogar rechts.
Obwohl hinter uns die beiden Vulkne immer noch in Nebel gehüllt sind hat sich das Wetter wirklich ziemlich gemausert, lasse also meine abgezippten Hosenbeine im Rucksack, verpacke sogar den Pullover und lasse die Wattschuhe den restlichen Weg an.
Bis zum Ende der heute Etappe geht es nun stetig aufwärts. Die Landschaft bleibt wunderschön aber ab Mittag wird die Witterung wieder wechselhafter und dann immer schlechter. So muß ich Pullover und Hosenbeine doch wieder irgendwann auspacken. Das ewige Bergauf läßt uns nur langsam voran kommen, über 8 Stunden sind wir unterwegs. Zu guter letzt erwartet uns mal wieder eine aberwitzige Brücke und zum auspowern nochmal ein laaanges Stück aufwärts. Ein paar Schritte danach können wir jedoch schon das Tagesziel, Emstrur, sehen. Gleichzeitig zeigt aber auch nochmal der Regengott daß es ihn noch gibt. Völlig durchnäßt bauen wir unser Zelt im letzten Dreck auf, die schönen Plätze waren leider schon alle besetzt. Ich nutze eine kurze Regenpause um für den Stellplatz zu bezahlen und da es dann auch schon nach Acht ist wird nur schnell gekocht und der Tag beschlossen. Hoffentlich bleibt das Zelt in dem Wind hier stehen...