Laugavegur - Shop&Trek in Island
Kurze Nacht
Bei dem Lärm schlafe ich ewig nicht ein.. schaue zuletzt um Halb Zwölf auf die Uhr und gegen Sieben stehen schon wieder die Ersten auf.
Bis die jedoch weg sind dauert es eine Weile. Da wir heute viel Zeit haben warten wir auch noch bis die Gruppe zusammenpackt und aufbricht. So können wir in Ruhe frühstücken und bekommen sogar noch ein paar Futteralien geschenkt die die Gruppe nicht wieder mit ins Tal schleppen will.
Gegen Zehn Uhr brechen wir dann endlich auch auf. Es regnet immernoch und nur die wenigsten Sachen sind trocken geworden. Besonders die Schuhe fühlen sich sogar näßer als am Vortag an. Ich ziehe heute etwas weniger an um nicht so stark zu schwitzen denn erstmal geht es den Pass weiter nach oben.
Die Asche- und Schneefelder sehen eindrucksvoll aber etwas trostlos aus und an viele Fotos ist immer noch nicht zu denken. Ab etwa 1000hm wird aus dem Regen langsam Schneeregen und Schnee. Eigentlich sind links und rechts von uns zwei Vulkane die knapp 1500m hoch sind, aber in der Suppe aus Regen, Schnee, Nebel und Wolken ist davon nichts zu sehen.
Nach vermutlich 5km haben wir die höchste Stelle erreicht und steigen langsam Richtung Þórsmörk ab. Das Wetter bessert sich leicht und die Temperaturen steigen auch wieder über 1°C. Dafür finde ich den Übergang aus Asche/Schneefeldern zu grüner Vegetation, neuen Schluchten und Wasserfällen sehr abrupt aber wieder sehr schön. Nebelverhangen trifft es wohl am besten.
Nach weiteren 5km erwarten uns die steilsten Stellen, hier sind teilweise Ketten befestigt worden an denen man sich festhalten kann um nicht auszurutschen.
Nach dieser Kletterei hört sogar ab und zu der Regen für kurze Zeit auf. Unter einem trockenen Felsvorsprung machen wir eine Pause. Frisch gestärkt finden wir bald erste Anzeichen von Zivilisation, wir nähern uns also unserem Ziel für heute, Básar.
Dort angekommen sichern wir uns für ein paar Kronen einen Zeltplatz und Zugang zu den Duschen. Der schönste Fleck fürs Zelt ist schnell gefunden, es steht kurz danach und in den spärlichen Sonnenstrahlen versuchen wir wieder Ausrüstung zu trocknen.
Die Dusche ist verdammt kalt ("warm, sometimes mildly warm, we do our best to heat the water...";), ich fühle mich trotzdem besser und wärme mich am Abendessen auf.

Endlich zu Fuß...
Es regnet die Nacht hindurch und wie wir merken werden regnet es auch noch den ganzen restlichen Tag weiter. Gegen 10:00 laufen wir los, rund 12km und etwa 900 Höhenmeter liegen vor uns.
Rechts vom Skogafoss geht ein steiler Weg entlang. Wegen des vielen "Wassers von oben" können wir leider kaum Fotos machen und die Stimmung ist leicht gedrückt. Die Landschaft ist trotzedem toll: Wasserfälle einer nach dem anderen, tiefe Schluchten, steile Ansteige und kaum andere Menschen. Bei Sonnenschein muß es noch viel unbeschreiblicher sein!
Unterwegs treffen wir zwei die wegen der Witterung umgekehrt sind. Wir grübeln auch kurz, laufen dann aber weiter, so schlimm wird es schon nicht sein und wir können doch nicht schon jetzt aufhören :-).
Etwa bei der Hälfte treffen wir weitere Leute die von gleichbleibendem bzw besserwerdendem Wetter berichten. Hier steht auch eine der abenteuerlichsten Brücken die ich je gesehen habe. An der Seite wird eine Leiter erklommen, über das Geländer gestiegen und dann geht's drüber. Zwei bis Drei km vor unserem eigentlichen Ziel finden wir die neuerrichtete Hütte "Baldvínskáli", die die alte Notfallhütte ersetzt. Wir bleiben hier da noch Platz ist und wir unsere Ausrüstung trocknen wollen. Zu zweit immerhin 6000kr werden fällig.
Es kommen noch etliche weitere Wanderer die genauso durchnässt sind. Der Vorraum der Hütte wird immer feuchter aber der Innenraum ist warm und trocken. Hier hängen wir Socken und Co auf..
Gegen Abend wird es richtig voll, insgesamt über 20 Leute wollen hier über Nacht bleiben, einige werden sogar fortgeschickt da noch auf eine angemeldetet Gruppe gewartet wird. Es wird also richtig eng, laut und immer nasser. Hoffentlich wird alles trocken, nichts verschwindet oder wird vergessen.
Beim Abendessen unterhalten wir uns mit anderen Deutschen die auch nach Landmannalaugar gelangen wollen.
Als Belohnung für die erste Etappe gönne ich mir etwas Schokolade und dann breiten wir im zweiten Stock unsere Isomatten aus... bin gespannt wie der nächste Tag aussieht.

Verabschiedungen
Heute packen wir zusammen, verabschieden und von Jon unserem "Vermieter" und bringen Silvana zum Flughafen wo wir auch das Auto abgeben. Nach kurzer gemeinsamer Kaffeepause fahren Alex und ich nach Reykjavik zurück um von dort mit dem Bus nach Skógar zu kommen.
Es regnet schon den ganzen Tag, bei strömendem Regen bauen wir unser Zelt auf, kochen kurz Abendessen und machen uns für die Nacht bereit.

Erster Tag rum...

Futter
So. Den ersten Tag haben wir geschafft. Neben dem Sightseeing haben wir noch ein paar fehlende Dinge für unsere Wandertour - eine Gaskartusche und ein paar Lebensmittel - besorgt.