Laugavegur - Shop&Trek in Island
Erdbeben!
Der Wind hat nachgelassen aber zum Glück die Sonne hiergelassen. Das wärmt auf und der Anblick ist nach den feuchten, kalten Tagen wirklich eine Wohltat!
Gegen halb Zehn ist die übliche Morgenroutine erledigt und wir nehmen die vorletzten 11km Richtung Hrafntinnusker in Angriff. Schon nach nur 1km meldet sich mein linker kleiner Zeh.. irgendwas drückt im Stiefel. Ich spiele mit der Schnürung, den Socken und obwohl es etwas besser wird wechsel ich bei km 4 zur Sicherheit doch wieder auf die Wattschuhe. Ich will keine Blase und es hat die lezten zwei Tage ja prima geklappt. Wozu eigentlich überhaupt schwere Stiefel? Meine Füße kommen auch prima in den leichten Vivobarefoot Ultra klar.
Wüßte nur gerne wieso die Stiefel heute Probleme machen, vielleicht mögen sie es nicht endlich mal wieder trocken zu sein :-)
Kurze Zeit später folgt der laaange und auch sehr hohe Anstieg. Jedesmal wenn man glaubt das schlimmste überstanden zu haben folgt ein weiterer kleiner Abschnitt der nur nicht zu sehen war. Insgesamt kämpfen wir uns bestimmt über eine Stunde bergauf. Werden aber auch mit einem grandiosen, weiter Ausblick, bis nach Altavatn zurück, belohnt. Einige Bergspitzen sind trotzdem wiedermal in Nebel gehüllt. Oben machen einige Franzosen erstmal Raucherpause, wir dagegen lieber Fotos.
Ab jetzt wird die Vegetation wieder spärlicher und gelblich-brauner Fels übernimmt immer mehr. In der Ferne sind Dampfsäulen zu sehen, heisse Quellen bzw deren Dampf der an die Oberfläche gelangt.
Der Schwefelgeruch und der Matsch lassen das teilweise sehr unangenehm werden! Bis nach Hrafntinnusker ist es nun ein stetiges Auf-und-Ab so daß sie die letzten 4-5 km ziemlich ziehen. Auch rutsche ich hier das erste (und einzige) Mal auf der Tour aus und verbiege mir prompt die Trekkingstöcke beim Sturz. Morgen werden die wohl nochmal durchstehen, aber zuhause muß es dann neue geben.
Hrafntinnusker sieht einsam aus als wir ankommen. Nur ein einzelnes Zelt steht schon hier. Zugegeben, es ist auch erst 16:00. Der Aufbau unseres Zeltes wird von zwei kleinen Erdbeben unterbrochen. Doch da niemand in Panik gerät machen wir einfach weiter.. hoffentlich merkt niemand daß es angefangen hatte als Alex einen Hering zu fest in die Erde geklopft hat :-). Im Verlauf des Abends wackelt es noch ein drittes Mal aber wieder bleibt die Panik aus. Doch kein Vulkanausbruch für unsere Umfrage.
Nach und nach werden es dann auch mehr Zelte. Hier sind praktische Steinwälle als Windschutz angelegt worden und es sieht ein wenig wie ein Dorf aus.
Einem, glaube, Schweizer geben wir kurz unsere Gaskartusche, wir haben ja mehr als genug Gas. Da es wieder anfängt zu regnen schauen wie uns die Gegend hier nicht weiter an, aber es soll ein paar schöne Eishöhlen geben.