Laugavegur - Shop&Trek in Island
Winter und Frühling

Asche und Eis
Ein Isländer würde vielleicht einen Unterschied merken, für mich sah das Wetter aber nicht besser aus als gestern. Regen, Wind, Nebel, kalt.
Dass die Umbebung noch trister werden könnte als gestern, hätte ich nicht gedacht. Die ersten Kilometer ging es über ausgedehnte Vulkanaschefelder in einem hügeligen Auf und Ab. Dazwischen war immer mal wieder ein Schneefeld zu überqueren.
Stephans Eierlegende-Wollmilchsau-Uhr zeigte etwa 3°C an, was auch gut zu dem einsetzenden Schneeregen passte. Herrlich, dieser August :-)
Wir hatten inzwischen den höchsten Punkt bei etwas über 1000 Metern erreicht und es ging - teils extrem steil - wieder abwärts, als langsam wieder das erste Grün am Wegesrand auftauchte.
In der Ferne waren auch schon tiefe, grüne Täler zu erkennen, die nach Þórsmörk führten.
Das Schmelzwasser der Schneefelder und der Gletscher des Eyjafjallajökull und des Katla (beide bekamen wir aufgrund des Nebels bisher nicht zu sehen, obwohl wir zwischen den beiden durchlaufen) vereinte sich wieder zu größeren Strömen und stürzte ins Tal hinab.
Je tiefer wir kamen, desto üppiger wurde auch wieder die Vegetation. Von Moosen über Gräser zu den ersten Büschen und irgendwann so etwas wie Bäume. Wir hatten Þórsmörk erreicht. Nach all der Tristesse in Geröllfeldern und Aschewüsten ein wahres Paradies.
Wir checkten am Campingplatz ein, bauten unser Zelt auf und gönnten uns eine lauwarme Dusche für 400 isländische Kronen.
Morgen geht's dann wohl weiter Richtung Landmannalaugar, auch wenn ich zeitweise schon starke Zweifel daran hatte, da irgendiwe inzwischen alle Klamotten durchnässt waren und auch nicht trocknen wollten. Aber das mildere Klima hier unten in Þórsmörk stimmt doch wieder etwas optimistischer.

Endlich zu Fuß...
Es regnet die Nacht hindurch und wie wir merken werden regnet es auch noch den ganzen restlichen Tag weiter. Gegen 10:00 laufen wir los, rund 12km und etwa 900 Höhenmeter liegen vor uns.
Rechts vom Skogafoss geht ein steiler Weg entlang. Wegen des vielen "Wassers von oben" können wir leider kaum Fotos machen und die Stimmung ist leicht gedrückt. Die Landschaft ist trotzedem toll: Wasserfälle einer nach dem anderen, tiefe Schluchten, steile Ansteige und kaum andere Menschen. Bei Sonnenschein muß es noch viel unbeschreiblicher sein!
Unterwegs treffen wir zwei die wegen der Witterung umgekehrt sind. Wir grübeln auch kurz, laufen dann aber weiter, so schlimm wird es schon nicht sein und wir können doch nicht schon jetzt aufhören :-).
Etwa bei der Hälfte treffen wir weitere Leute die von gleichbleibendem bzw besserwerdendem Wetter berichten. Hier steht auch eine der abenteuerlichsten Brücken die ich je gesehen habe. An der Seite wird eine Leiter erklommen, über das Geländer gestiegen und dann geht's drüber. Zwei bis Drei km vor unserem eigentlichen Ziel finden wir die neuerrichtete Hütte "Baldvínskáli", die die alte Notfallhütte ersetzt. Wir bleiben hier da noch Platz ist und wir unsere Ausrüstung trocknen wollen. Zu zweit immerhin 6000kr werden fällig.
Es kommen noch etliche weitere Wanderer die genauso durchnässt sind. Der Vorraum der Hütte wird immer feuchter aber der Innenraum ist warm und trocken. Hier hängen wir Socken und Co auf..
Gegen Abend wird es richtig voll, insgesamt über 20 Leute wollen hier über Nacht bleiben, einige werden sogar fortgeschickt da noch auf eine angemeldetet Gruppe gewartet wird. Es wird also richtig eng, laut und immer nasser. Hoffentlich wird alles trocken, nichts verschwindet oder wird vergessen.
Beim Abendessen unterhalten wir uns mit anderen Deutschen die auch nach Landmannalaugar gelangen wollen.
Als Belohnung für die erste Etappe gönne ich mir etwas Schokolade und dann breiten wir im zweiten Stock unsere Isomatten aus... bin gespannt wie der nächste Tag aussieht.

Hinauf auf 1000 Meter...
Oben auf dem Pass war mit Internet leider nicht viel, deshalb der Eintrag einen Tag verspätet.


Einer der unzähligen Wasserfälle
Das Wetter hatte sich bis zum Morgen nicht wirklich gebessert. Es lag immernoch alles im Nebel und es regnete. Wir beschlossen, trotzdem erstmal loszugehen.
Zuerst ging es die Treppen am Wasserfall Skógarfoss hinauf und dann immer entlang des Flusses. Dieser hat sich im Laufe der Zeit einen tiefen Canyon gegraben und es folgte ein Wasserfall auf den anderen. Einfach atemberaubend - selbst bei diesem Wetter.
Vor und hinter uns waren auch noch andere unterwegs und es kamen uns zwei entgegen, die auch hinauf wollten. Sie berichteten von eisiger Kälte, starkem Wind und Regen weiter oben, weshalb sie umgekehrt seien. Wir überlegten kurz, liefen dann aber weiter, um uns selbst ein Bild zu machen.
Das Wetter wurde nicht besser aber auch nicht schlechter. Es regnete zwar immernoch fast ununterbrochen, aber der Wind und damit die Kälte hielten sich in Grenzen.
Später begegneten wir noch einem Paar - wohl Engländer. Sie waren am Morgen von Þórsmörk losgelaufen, hatten also schon fast 20 km hinter sich. Sie berichtete, das Wetter weiter oben sei zwar nicht schön, aber erträglich, was uns in unserer Absciht, die Etappe zu Ende zu bringen, bekräftigte.
Auf einer interessanten Brücke, die gerade breit genug war für eine nicht zu kräftig gebaute Person, aber immerhin auf beiden Seiten mit einem Geländer ausgestattet, überquerten wir den Fluss.
Spätestens ab hier wurde die Landschaft sehr karg. Nur noch Geröll und Vulkanasche. Selten schaffte es ein Plänzchen, sich hier durchzukämpfen. Der Weg wurde ab hier aber sehr einfach. Wir liefen entlang einer Straße (naja, was sich in Island halt so Straße nennt) auf der uns auch zwei Jeeps begegneten. Ein paar Kilometer und ein paar Höhenmeter weiter trafen wir auf eine Hütte mit dem Namen Baldvínskáli. Da hier noch Platz für uns war, beschlossen wir, die Nacht hier zu verbringen. Obwohl unser eigentliches Etappenziel noch etwa 1.5km vor uns lag. Da wir aber nicht wussten, ob wir dort noch unterkommen würden, Zelten in dieser Geröllwüste keine Option war und wir außerdem fast bis auf die Knochen durchnässt waren, kam uns das sehr gelegen, auch wenn der Spaß ganze 3000,- ISK - also etwas 20 Euro - kostete.
Wir waren noch mit die ersten, die hier ankamen. Später sollte es sich ziemlich schnell füllen und es wurde sehr eng. Wasser gab es nur aus Kanistern und war entsprechend knapp. Ein bischen was haben wir aber abbekommen und wir konnten unser Abendessen zubereiten.
Nach dem Essen ging's dann gleich ins Matratzenlager, um Platz für die nächsten Hungrigen zu machen. Morgen geht's dann weiter nacht Þórsmörk runter. Eine wohl duetlich einfachere Etappe und das Wetter soll sich auch bessern. Das schlimmste haben wir hinter uns :-)

Nasser Start...
So. Sightseeing und Shopping sind vorüber, nun wird's ernst. Nachdem wir Silvana zum Flughafen gebracht haben, fahren wir mit dem Taxi zurück nach Reykjavik (naja, eigentlich sollte es der Bus werden, aber der Fahrplan ist irgendwie merkwürdig und es hat nicht geklappt) und dann mit dem Bus weiter nach Skógar.
Das Wetter ist schon den ganzen Tag bescheiden. Man kann höchsten ein paar hundert Meter durch den Nebel sehen und es regnet unaufhörlich.
Ob wir die erste Tour morgen überhaupt antreten können ist fraglich, denn oben auf dem Fimmvörðuháls-Pass auf über 1000 Meter Höhe ist das ganze nochmal eine Nummer heftiger und vor allem viel kälter. Im Bus begegneten wir auch einer Wanderin, die heute von Þórsmörk aus über den Pass laufen wollte, es aber aufgrund des Wetters lieber hat sein lassen.
Wir haben jetzt erstmal bei Regen unser Zelt am Fuße des Wasserfalls Skógarfoss aufgestellt und warten den nächsten Morgen ab...