Laugavegur - Shop&Trek in Island
Das Ende naht

Alte Dame mit Hut?
Der Morgen beginnt zwar wieder eisig kalt, aber ansonsten sehr schön. Wenn mich nicht alles täuscht konnte man von unserem Lager auf über 1000 Metern Höhe bis zum wolkenfreien Gipfel des Eyjaffjallajökull schauen. Unser Bus ab Landmannalaugar fuhr um 15:30, deshalb gingen wir auf Nummer Sicher und beeilten uns heute mal, so dass wir recht früh loskamen. Bis auf ein paar kleine, harmlose Steigungen sollte es heute nur bergab gehen. Der Weg verlief zuerst wenig spektakulär über Geröll und Asche, bis wir weiter unten wieder auf heiße Quellen und Rauchschlote trafen. Drum herum hatte es sich flache, aber schön grün leuchtende Vegetation nett eingerichtet. Auch ein paar Schafe tummelten sich um die Hot Pots herum.
Weiter ging's vorbei an altem Lavagestein und schon etwa 4km vor unserem Ziel war bereits die Hütte und der Campingplatz von Landmannalaugar im Tal zu sehen. Zwischen unserem Ziel und uns lag aber noch ein ganzes Stück bergab durch ein großes Lavafeld. Da wir bis hier zügig vorangekommen waren, hatten wir Zeit, das Feld nach interessanten Skulpturen zu durchsuchen und so fanden wir einen Hasen, eine alte Dame mit Hut und George Washington...
Auf den letzten Metern kamen uns dann schon viele Tagestouristen entgegen und als wir uns dann schließlich an einem der Tische am Campingplatz niederließen war es erst kurz nach zwölf. Wir mussten also noch über drei Stunden warten, bis unser Bus zurück nach Reykjavik fuhr. Der war von "Reykjavik Excursions" und fuhr alles andere als den direkten Weg und so waren wir nochmal vier Stunden unterwegs. Dafür war die Fahrt mit Audiokommentar und wir erfuhren noch jede Menge wissenswertes und lustiges ;-) In Reykjavik angekommen fuhren wir mit dem Linienbus zum Campingplatz und hier sitzen wir nun im Zelt und draußen regnet es wieder mal ununterbrochen.
Alles in allem war es wieder eine sehr schöne Tour. Die ersten beiden Etappen zehrten zwar schon sehr auf, vor allem wegen des schlechten Wetters, aber vor allem dieses sollte sich im Laufe der Zeit immer weiter verbessern. Erst jetzt, wo unsere Tour beendet ist, wird's wieder schlechter. Aber egal, morgen geht's nach Hause.

Auf und ab...
Gestern waren wir lange unterwegs und der Tag endete nass und dreckig, da hatte ich keine Lust mehr auf bloggen, deshalb der Eintrag wieder etwas verspätet.


Brücke über Canyon
Der Morgen in Þórsmörk begann sehr gut. Es war trocken und hin und wieder kam die Sonne raus. Wir nutzten das, um ein paar Sachen zu trocknen und kamen deshalb erst nach 11 los.
Das erste Hindernis kam gleich nach wenigen Metern: die Krossa, ein reißender Gletscherfluss. Glücklicherweise gab es über den Hauptarm eine mobile Brücke, die kleineren Seitenarme konnte man überspringen oder von Stein zu Stein hüpfend überqueren.
Danach ging es steil bergauf hinaus aus dem Tal, hinaus aus dem "Paradies" Þórsmörk.
Nach ein paar Kilometern kamen wir zur Þrönga, einem Zufluss zur Krossa. Eine Brücke gab's hier nicht und zum Überspringen war der Fluss zu breit - also hieß es durchwaten. Schnell die Schuhe gewechselt und los ging's. Die Strömung war zwar recht start und das Wasser eiskalt. Alles in allem war es aber viel harmloser, als ich es mir vorgestellt hatte. Ein paar kleinere Seitenarme konnte man dann wieder problemlos ohne waten überqueren. Auf der anderen Seite schnell wieder in die Wanderstiefel (naja, nicht alle von uns ;-)) und weiter ging's.
Die Landschaft war inzwischen wieder viel karger und es ging ständig auf und ab - leider mehr auf als ab.
Das Wetter wurde zusehends schlechter, ob nun allgemein oder weil wir uns mehr und mehr von Þórsmörk entfernten. Beim Zurückblicken bildete ich mir jedenfalls ein, dass über Þórsmörk ein Loch in der Wolkendecke war und die Sonne durchschien - warum warn wir da nur weg gegangen?
Der Weg zog sich dann noch ziemlich hin. Es gab überwiegend Geröll, Asche und wenig Vegetation. Die vielen Steigungen zehrten ziemlich an den Kräften, doch ab und zu, wenn man einen der vielen Hügel erklommen hat und der Blick auf das, was dahinter liegt freigegeben wurde, wusste man wieder, warum man das alles tat: überwältigende Landschaft. Hohe Berge mit Schnee und Eis, davor sanfte grüne Hügel und zwicshen allem rauscht ein wilder Fluss, stürzt hier und da an einem Wasserfall herab, nimmt Kurven, dass es ihn fast aus seinem Bett trägt und kurze Zeit später friedlich weiter zu fließen, als wäre nichts gewesen.
Einen dieser Flüsse, der sich einen tiefen Canyon gegraben hatte, mussten wir dann auf einer Brücke überqueren, wobei das abenteuerliche nicht die Brücke war, sondern der Weg dort hin: Erst ein Stück den Canyon hinab, dann auf einem schmalen Pfad entlang und rechts immer die tiefe Sclhuicht mit dem rauschenden Fluss.
Auf der anderen Seite galt es dann, die letzte Steigung, die es aber nochmal gewaltig insich hatte, zu bewältigen, bevor wir die letzten Kilometer zu unserem heutigen Etappenziel "Emstrur" zurücklegten. Natürlich musste sich das Wetter auf diesem Stück nochmal von seiner schlechtesten Seite zeigen. Der Wind drehte auf und Regen setzte ein, sodass wir völlig durchnässt ankamen. Die Hütte liegt etwas oberhalb eines kleinen grünen Tals, mit einem idyllischen Bächlein. Die Hüttenplätze waren schon vergeben und auch die Zeltplätze im eben erwähnten Tal waren belegt. Uns blieb also nur ein Platz weiter oben, ohne Grün, nur nasser Schutt und Asche. Auf diesem Dreck und bei dem Wetter das Zelt aufbauen... naja, auch das ging.
Es gab noch schnell was zu Essen und dann war ein harter aber trotzdem schöner, am Ende leider etwas dreckiger Tag vorbei...

Winter und Frühling

Asche und Eis
Ein Isländer würde vielleicht einen Unterschied merken, für mich sah das Wetter aber nicht besser aus als gestern. Regen, Wind, Nebel, kalt.
Dass die Umbebung noch trister werden könnte als gestern, hätte ich nicht gedacht. Die ersten Kilometer ging es über ausgedehnte Vulkanaschefelder in einem hügeligen Auf und Ab. Dazwischen war immer mal wieder ein Schneefeld zu überqueren.
Stephans Eierlegende-Wollmilchsau-Uhr zeigte etwa 3°C an, was auch gut zu dem einsetzenden Schneeregen passte. Herrlich, dieser August :-)
Wir hatten inzwischen den höchsten Punkt bei etwas über 1000 Metern erreicht und es ging - teils extrem steil - wieder abwärts, als langsam wieder das erste Grün am Wegesrand auftauchte.
In der Ferne waren auch schon tiefe, grüne Täler zu erkennen, die nach Þórsmörk führten.
Das Schmelzwasser der Schneefelder und der Gletscher des Eyjafjallajökull und des Katla (beide bekamen wir aufgrund des Nebels bisher nicht zu sehen, obwohl wir zwischen den beiden durchlaufen) vereinte sich wieder zu größeren Strömen und stürzte ins Tal hinab.
Je tiefer wir kamen, desto üppiger wurde auch wieder die Vegetation. Von Moosen über Gräser zu den ersten Büschen und irgendwann so etwas wie Bäume. Wir hatten Þórsmörk erreicht. Nach all der Tristesse in Geröllfeldern und Aschewüsten ein wahres Paradies.
Wir checkten am Campingplatz ein, bauten unser Zelt auf und gönnten uns eine lauwarme Dusche für 400 isländische Kronen.
Morgen geht's dann wohl weiter Richtung Landmannalaugar, auch wenn ich zeitweise schon starke Zweifel daran hatte, da irgendiwe inzwischen alle Klamotten durchnässt waren und auch nicht trocknen wollten. Aber das mildere Klima hier unten in Þórsmörk stimmt doch wieder etwas optimistischer.